Konferenzen – .computerisierung https://www.computerisierung.com Sun, 20 Jan 2019 22:23:21 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Tagungsbericht FAZ: Digital war besser https://www.computerisierung.com/?p=1086 https://www.computerisierung.com/?p=1086#comments Sun, 20 Jan 2019 22:22:07 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1086 Im November 2018 fand in Zürich eine tolle Tagung zur Geschichte des Digitalen Zeitalters statt. In der FAZ erschien nun am Freitag der Tagungsbericht „digital war besser“ von Claus Pias dazu.

Die ungekürzte Fassung kann auf Acadamia eingesehen werden: https://www.academia.edu/38160676/Digital_war_besser abgerufen werden.

Text: Martin Schmitt

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Programm: Histories of Computing in Eastern Europe, Posen 2018 https://www.computerisierung.com/?p=999 https://www.computerisierung.com/?p=999#respond Sat, 15 Sep 2018 16:54:58 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=999 Seit heute ist das überarbeitete Programm für die Konferenz „Histories of Computing in Eastern Europe“ der  Working Group 9.7 auf dem IFIP World Congress 2018 an der Poznan University of Technology draußen: Programm HCEE 2018. Unter anderem wird unser Projektmitarbeiter Martin Schmitt einen Vortrag zum „Second life of a US army computer: The import of western information technology in GDR’s financial sector in 1965“ halten. Welche Rolle spielte Technologietransfer im Kalten Krieg für die frühe Digitalisierung? Weiterhin gibt es am Freitag die Poznan Bombe Roadshow (aka “Enigma Live”), auf der eine verschlüsselte Enigma Nachricht nach England übertragen, dort entschlüsselt und wieder zurückübertragen wird. Das Ganze wird live per Webstream übertragen.

Auszug aus dem Programm:

Panel 4: 09:30-11:00 (Hall 023 BT):
• Miroslaw Sikora, “Cooperating with Moscow, Stealing in California: PPR’s Legal and Illicit Acquisition of Know-How in the Area of Microelectronics in 1960-1990.”
• Martin Schmitt, “In Fear of Convergence? The Import of Western Computer Technology in the GDR; or, Following the Traces of a Machine through the Iron Curtain: The Computer Import of GDR’s State Bank in the 1960s.”
• Christopher Leslie, “CoCom, Comecon, Chincom, and Dot-Com: Technological Determinism in Economic Blockades, 1949-1994”

 

Text: Martin Schmitt

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Konf.: „Die Geschichte des digitalen Zeitalters“ (Zürich, 22.11.2018 – 23.11.2018) https://www.computerisierung.com/?p=815 https://www.computerisierung.com/?p=815#respond Sat, 03 Mar 2018 10:51:20 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=815 Wie lässt sich die Geschichte des Digitalen Zeitalters schreiben? Auf die Frage, die unser Forschungsprojekt bewegt, wollen auf in einer Konferenz im November die TechnikhistorikerInnen Martina Heßler, David Gugerli gemeinsam mit Digital Humanists wie Stefan Zahlmann eine neue Perspektive werfen. Wie lassen sich digitale Geschichtswissenschaft und Digitalgeschichte verbinden? Wie lassen sich digitale Werkzeuge und Erkenntnismethoden nutzen, um deren Entstehungs- und Wirkungsgeschichte zu verstehen? Die Veranstaltung ist der Auftakt für eine neue Buchreihe zur „Geschichte des digitalen Zeitalters“. Bis zum 16. April 2018 können Abstracts für einen Vortrag eingereicht werden unter info.tg@history.gess.ethz.ch

https://www.hsozkult.de/event/id/termine-36583

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Einladung: Computernutzung in der DDR – Das Potsdamer Rechenzentrum und die Digitalisierung in Ostdeutschland https://www.computerisierung.com/?p=799 https://www.computerisierung.com/?p=799#respond Mon, 29 Jan 2018 14:59:46 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=799 22.02.2018, 18-20 Uhr  |  Kosmos, EG Rechenzentrum Potsdam  |  Dortustr. 46, Potsdam

Auch in der DDR gewann bereits seit Ende der 1950er Jahre die Nutzung von Computern rasant an Bedeutung. Vor allem Rechenzentren übernahmen dabei, wie auch in Potsdam, seit den 1960er Jahren die digitale Datenverarbeitung. Welche Aufgaben hatten die Großrechner hier? Welche Folgen hatte ihr Einsatz im Sozialismus? Und warum gelang es der DDR, mit die fortschrittlichste Computertechnologie im Sozialismus zu errichten, aber nicht, an die Computertechnik im Westen anzuschließen?

Experten für Computergeschichte vom Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) diskutieren diese Fragen mit Zeitzeugen, die im Potsdamer Rechenzentrum einst gearbeitet haben. Damit wird die Geschichte eines Gebäudes erkundet, dessen möglicher Abriss derzeit öffentlich heiß diskutiert wird.

Wir laden Sie herzlich ein, zu kommen und mitzudiskutieren. Im Foyer des Rechenzentrums werden zudem einige Exponate von Kleinrechnern aus den 1980er-Jahren gezeigt, die im Rechenzentrum zum Einsatz kamen.

Programm & Einladung: „Computernutzung in der DDR: Das Potsdamer Rechenzentrum und die Digitalisierung in Ostdeutschland“

Twitter: #rzpotsdam

Facebook: https://www.facebook.com/events/1820207508278763/

Text: Martin Schmitt, Frank Bösch

Titelbild: Adam Sevens

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Digitalgeschichte ausstellen und vermitteln https://www.computerisierung.com/?p=784 https://www.computerisierung.com/?p=784#comments Wed, 24 Jan 2018 09:15:28 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=784 Wie lässt sich Computertechnologie im Museum präsentieren, wenn einer ihrer essenziellen Bestandteile die Software ist, also die In-Betrieb-Name des Rechners durch den Nutzer? Um dieser Frage nachzugehen, kam die Fachgruppe Computergeschichte der Gesellschaft für Informatik diesen Samstag, 20. Januar 2018, im Oldenburger Computermuseum zu ihrer vierten Sitzung zusammen und widmete sich dem Thema der (Aus-) Stellung des Computers. Diskutiert wurde vor allem an Hand der hands-on Ausstellung des dortigen Computermuseums, das Minicomputer in Betrieb zeigt. [direkt zum Programm]

Digitalgeschichte ist ein Perspektive auf zeithistorische Entwicklung der letzten 40-50 Jahre unter besonderer Berücksichtigung der Verbreitung digitaler Informationstechnologien in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat. Damit grenzt sie sich von der Digitalen Geschichtswissenschaft insofern ab, als dass sie keine digitalen Methoden beschreibt, auch wenn sie oft mit ihr arbeitet. Trotzdem ist klar, dass diese Methoden der Vermittlung und Analyse unmittelbar relevant für den zeithistorischen Erkenntnisgewinn im Digitalen Zeitalter sind. Eine dieser Methoden kann die Ausstellung von Computern im Museum sein, an Hand derer nicht nur Wissen vermittelt, sondern ebenso Erkenntnisse für die Digitalgeschichte gewonnen werden können – beispielsweise über Software, die der Digitalhistoriker Michael S. Mahoney als das Verhalten der Maschine in Betrieb bezeichnete.

Dafür lieferte das Oldenburger Computermuseum als Gastgeber unmittelbare Anschauungsbeispiele. Das kleine Museum konzentriert sich auf eine bestimmte Periode der Computerisierung, auf die Ära der Mikrocomputer von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre. Mit einer auf wesentliche Exponate reduzierten Ausstellung lässt es den Besucher durch eigenes Ausprobieren die Geräte aus der Digitalgeschichte erleben. Statt die beeindruckenden Ausstellungsräume im ehemaligen Hauptpostamt der norddeutschen Stadt mit Exponaten zu überfrachten, wählten die Kuratoren um Thiemo Eddiks (Oldenburg) Schlüsselobjekte, die bei älteren Besuchern vergangene Erinnerungen und bei jüngeren gespannte Blicke provozieren. Vom C64 bis zum Basic-Compiler, vom Sinclair ZX81 bis zum Robotron KC85/3 aus der DDR fehlt nichts. Jedes einzelne der ausgewählten Objekte ist funktionstüchtig, kann selbst programmiert oder mit einer Auswahl an bereitgestellter Software benutzt werden. Das ist umso beeindruckender, als dass es sich erstens ursprünglich um ein Hobbyprojekt handelte und zweitens, dass das Oldenburger Computermuseum damit den Fehler manch anderer Museen vermeidet: Kleinere Computermuseum stopfen oft die Ausstellungsräume voll. Große Museen hingegen könne den Betrieb von PCs durch den Besucher überhaupt nicht leisten, da ihnen dazu die Kapazitäten fehlen. Computer stehen dort wie Ziegelsteine im Raum. Dadurch verschenken aber beide großes Potenzial, die Genese des Digitalen Zeitalters zu verstehen. Das ist nur möglich, wenn auch seine Software gesehen und verstanden wird. So wie in Oldenburg.

Aus Sicht eines Digitalhistorikers begeistert dies, aber es bleibt auch anzumerken, dass bei der Konzentration auf Objekt seine historischen Nutzungsformen verloren gehen. Auf Erläuterungen davon, wann, wo und wie Zeitgenossen die Rechner nutzten, wurde verzichtet – beispielsweise in den Softwarebeispielen, durch Audiodokumente, Bilder über das Gerät in seiner Zeit, oder im Begleittext. Der Kontext darf aber nicht hinter einer Maske des Technischen oder der Begeisterung laufender Programme verschwinden. Museal vollziehen die Macher totale De-Kontextualisierung des Objektes um es am Besucher in einen neuen Kontext zu bringen.

Ein Commodore PET 2001 im Oldenburger Computermuseum; Bild: Martin Schmitt

Der illustrativen Darstellung von Prozessen der Informatik, beispielsweise solcher im Computer, widmete sich Prof. Michael Fothe (Jena) in seinem Vortrag „Mit Bildern muss man etwas tun“. In seinem Vortrag griff Fothe den Leitsatz des Psychologen Jean Piagets auf, dass „ein Objekt zu erkennen nicht heißt, es abzubilden, sondern, auf es einzuwirken“. Mit der Aufforderung, aktiv mit Darstellungen komplexer Prozesse, beispielsweise von Sortieralgorithmen, zu arbeiten um sie zu verstehen, schloss er nahtlos an den Imperativ des Museums an, sich Computerwissen aktiv anzueignen. Was passiert denn im Inneren eines Computers, wenn er ein Programm ausführt? Was für viele Menschen schon immer eine Black Box darstellte, kann durch die richtige Reduktion und Diagrammatik dargestellt und damit begriffen werden. Projektmitarbeiter Martin Schmitt (Potsdam) griff diesen Impuls in seinem Kommentar auf, in dem er den am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam Ansatz zur „Visual History“ für die Computergeschichte fruchtbar machte. Die Frage Fothes, „Was tun mit Bildern“ drehte er dementsprechend um und fragte, „Was tun Bilder mit uns?“. Die Visual History fordert dazu auf, „Bilder über ihre zeichenhafte Abbildhaftigkeit hinaus als Medien und Aktiva mit einer eigenständigen Ästhetik zu begreifen, die Sehweisen konditionieren, Wahrnehmungsmuster prägen, Deutungsweisen transportieren, die ästhetische Beziehung historischer Subjekte zu ihrer sozialen und politischen Wirklichkeit organisieren und in der Lage sind, eigene Realitäten zu generieren“. Vor diesem Hintergrund stellen sich dem Digitalhistoriker dann Fragen wie: Welche Wahrnehmungsmuster prägen die dominanten Bilder von Mainframe-Computern aus den 1960er-Jahren? Wie organisierten die Bilder, die Zeitzeugen von Computern sahen, ihre sozialen und politischen Wirklichkeiten, bspw. der Computernutzung? Welche Realitäten generierten die Abbildung der Computer? Als Beispiele hierfür können beispielsweise die stereotypen Abbildungen von Frauen in Beziehung zum Computer gesehen werden, wenn sie bspw. stets als Datentypistin gezeigt wurden. Andererseits warfen Teilnehmer ein, dass dies durchaus der Realität entsprochen habe.

Auch der Medienwissenschaftler Dr. Stefan Höltgen (Berlin) griff das Konzept der Ausstellung in seinem Vortrag auf. Sein Ansatz beruht auf der an der Humboldt Universität vertretenen Medienarchäologie nach Kittler. Sie geht von Medientechnologien als Bedeutungsproduzenten aus. Demnach besitzt jegliche historische Situation ein medientechnisches Apriori, ermöglicht durch die Nutzung von Hardware. Ihr Anspruch – und dementsprechend auch der von Höltgen – ist es, die Geschichte neu zu schreiben und dabei das, was bisher nicht erzählt wurde – und warum sie nicht erzählt wurde – im medientechnischer Prozess zu berücksichtigen. Sie ist zugleich Theorie in der Frage, welchen Anteil das Medium hatte, wie auch Methode, die Hardware – in diesem Fall den Computer – wieder zum Laufen bringen und dadurch Wissen für die Vergangenheit wie auch die Gegenwart zu generieren. Das verspricht beispielsweise ein besseres Verständnis davon, was eigentlich ein Defekt im Computer ist, zuletzt zu sehen an Problemen wie der Prozessorlücke Meltdown. Aber auch Kulturtechniken werden erneut verständlich, wenn beispielsweise Medienarchäologen wie in den 1980er-Jahren hingehen und Programme aus Zeitschriften abtippen, der verbreitetest Weg von Wissens- und Softwaretransfer im Privatbereich seinerzeit. Dies bietet die Chance, glatte Erzählung der Biografien und Unternehmensdarstellungen zu brechen an der Genealogie der Technik. Arbeit am Objekt ist Geschichtsarbeit, so Höltgen abschließend. Die Gefahr dabei bleibt, dass heutige Interpretationen und die Eigenzeitlichkeit der Vergangenheit verwischen, quasi ein Zwitter aus heute und gestern entsteht, der ebenso verbirgt wie eröffnet. Diese Kritik ist jeweils konkret an den einzelnen Fallstudien herauszuarbeiten.

Technologische Gegenwart unterscheidet sich von ihrer Vergangenheit. Jegliche Assemblage aus Hardware, Software und Nutzer ist historisch geworden. Wie lässt sich dieser Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart stärker herausarbeiten? Eva Kudrass (Berlin), Sammlungsleiterin für Mathematik und Informatik am Deutschen Technikmuseum Berlin, erörterte dafür die Möglichkeiten des historischen Vergleichs am Beispiel von Ausstellungen von Computergeschichte. Sie betonte vor allem das überraschende Moment des diachronen Vergleiches, bei dem das Gewohnte plötzlich fremd und das Fremde plötzlich gewohnt wirkt. Durch die Gegenüberstellung von über einhundert Jahre alten Ausstellungstücken mit vergleichbaren Objekten von heute lässt sich ein Bruch heutiger Interpretation von Technik erreichen. Der Besucher reflektiert dabei nicht nur die Genese technischer Artefakte, sondern ebenso seine technisch mediatisierte Umwelt. Dabei bemühte Kudrass beispielsweise in der Ausstellung „Das Netz“ eben nicht die Aussage, dass alles schon mal dagewesen sei, wie das beispielsweise Tom Standage in seinem Buch „The Victorian Internet“ machte. Vielmehr erlaubte sie dem Besucher, altes im neuen Licht zu sehen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Smarte Toilettenstuhl, der Daten über seinen Besitzer automatisiert überträgt. Demgegenüber gestellt machte ein Leibstuhl aus dem 19. Jahrhundert, der kaum mehr als Toilettenstuhl erkennbar ist, weil er die entscheidenden Teile geschickt verbirgt, einen ganz anderen Umgang mit körperlicher Hygiene. Während Kudrass vor allem den diachronen Vergleich in den Vordergrund stellte, der so seine Schwierigkeiten mit sich bringt, ist auch Sicht unseres Forschungsprojektes vor allem auch der synchrone Vergleich erkenntnisstiftend, beispielsweise über Systemgrenzen hinweg.

Den Abschluss des Workshops machte der Informatiker Prof. em. Wolfgang Coy (Berlin) mit seinem Bericht über die ethischen Leitlinien der Gesellschaft für Informatik (GI). Coy, der an der Ausformulierung maßgeblich beteiligt war, adressierte in seinem Vortrag die Frage, wie sich die Informatiker als Arbeitende in der Gesellschaft verstehen und wie sie Verantwortung für ihr Handeln in dieser Gesellschaft übernehmen. Während es in den 1950er-Jahren die Physiker und nachfolgend die Ingenieure waren, die mit ihren Entwicklungen nicht nur die Technik, sondern auch maßgeblich ihre technisierten Gesellschaften prägten, so erarbeiteten sich seit den 1970er-Jahren vor allem die Informatiker eine solche sozioökonomische Gestaltungsmacht – nicht ohne Konflikte, wie für die USA beispielsweise Nathan Ensmenger in seinem Buch „The computerboys take over“ (2010) darstellte. 1987 fand in Deutschland das Nachdenken in der GI über die gesellschaftliche Verantwortung von Informatikernmit einem „Verantwortungspapier“ einen ersten schriftlich Ausdruck. Er gipfelte 1994 in der Formulierung der ethischen Leitlinien der GI. Nicht zuletzt die intensive Computernutzung der Staatssicherheit in der gerade untergegangenen DDR hatte gezeigt, welche Implikationen die Arbeit jedes Informatikers haben konnten. Mit den technischen Veränderungen veränderten sich aber auch die Möglichkeitsspielräume, wie zuletzt beispielsweise Debatten um Künstliche Intelligenz oder die Bioinformatik zeigten. Die Leitlinien hatten eine Überarbeitung notwendig, wie Coy darstellte. Auf Basis eines dialogorientierten Ansatzes im Geiste Hegels versuchten Coy und andere, Widersprüche unter den Mitgliedern wie auch in der Gesellschaft nicht zu nivellieren, sondern produktiv in konsensorientierte Lösungen bei ethischen Problemen einfließen zu lassen. So verdeutlichte der Berliner Informatiker, wie „die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) […] mit diesen Leitlinien bewirken […], dass berufsethische Konflikte Gegenstand gemeinsamen Nachdenkens und Handelns werden“, wie es in der Präambel heißt. Deren erster Satz ist heute aktueller denn je: „Das Handeln von Informatikerinnen und Informatikern steht in Wechselwirkung mit unterschiedlichen Lebensweisen, deren besondere Art und Vielfalt sie berücksichtigen sollen“. Ausstellungen in Museen sind ein Weg des gemeinsamen Nachdenkens und Handelns, wie dieser interessante Workshop zeigte.

Programm: GI-Fachgruppe_Informatik- und Computergeschichte_Programm_20_1_2018

 

Text: Martin Schmitt

Titelbild: Empfangsraum des Oldenburger Computermuseums; erstellt von Martin Schmitt

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Computer und Zukunft https://www.computerisierung.com/?p=777 https://www.computerisierung.com/?p=777#respond Mon, 27 Nov 2017 22:13:08 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=777 Kaum eine Technologie der 1960er-Jahre war derartig stark mit der Zukunft verbunden wie der Computer. Er schaffte es selbst zum „Man of the Year“ des Time Magazine im Jahr 1982. Auf zwei Panels zu „Computers and Futures“ auf der Jahrestagung der Society for the History of Technology (SHOT 2017) in Philadelphia spürten Historiker der Verbindung von Computern und der Zukunft in ganz verschiedenen Staaten nach. Mit dabei war unser Projektgruppenmitarbeiter Martin Schmitt. Er präsentierte dort am Beispiel seines Dissertationsthema zur „Digitalisierung der Kreditwirtschaft“ wie Zukunftsvorstellungen in Ost- und Westdeutschen Banken mit der Computertechnologie verknüpft waren. Auf einem Kanadischen Blog erschien darüber nun ein erster Konferenzbericht von Dick van Lente:

Computers and Futures

 

Foto Credit: Roberto Brosan, George Segal, Parts of the image used for scientific Purposes only

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Workshopbericht „Computersubkulturen“ https://www.computerisierung.com/?p=765 https://www.computerisierung.com/?p=765#respond Thu, 20 Apr 2017 12:09:49 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=765 Am 24. und 25. März kamen internationale Forscher in Zürich zusammen, um die subkulturelle Computernutzung vor dem Internetzeitalter zu historisieren. Die Forschung zur Computergeschichte hatte lange Zeit einen Schwerpunkt auf die Entwicklung der Maschinen gelegt. Die Arbeiten konzentrierten sich zumeist auf die USA, sowie Mittel- und Westeuropa. Bei diesem Workshop zeigte sich, dass diese Zentren aufgebrochen werden und die Forschung zunehmend Nord-, Ost- und Südeuropa behandelt. Mittlerweile finden sich auch zahlreiche Arbeiten, die sich mit der Anwendung der Computer in Firmen und Institutionen befassen. Der Fokus rückt damit näher an eine Alltagsgeschichte heran, in der die kulturellen und sozialen Einflüsse der neuen Technologie herausgearbeitet werden. Die Computersubkulturen wurden dabei lange marginalisiert, wie Spieler oder Cracker, während bei Hackern immer noch Mythen dominieren.

Vor diesen Mythen mahnte Jürgen Danyel vom Zentrum für Zeithistorische Forschung in der Keynote. Man dürfe der eigenen Geschichtsschreibung dieser Szenen und Bewegungen nicht aufsitzen und müsse stets den historischen Kontext einzubeziehen. Lange Zeit waren es Angehörige dieser Gruppen selbst, die die Geschichte von Crackern, Hackern und der Demoszene erfassten. Und auch wenn unter den jungen Forschern dieses Feldes selbst Akteure und Zeitzeugen der 70er, 80er und 90er Jahre vertreten sind, so hat sich die Forschung zu den Computerszenen doch zu einem wissenschaftlichen Feld entwickelt.

Mathias Röhr von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte aus Hamburg zum Beispiel behandelte unter anderem die Frage, warum die Mailbox-Nutzung in der Bundesrepublik und in den USA unterschiedlich verlief. Das Monopol der Deutschen Bundespost war dabei nicht alleine entscheidend, denn auch die US-amerikanischen Firma AT&T hatte eine Art Monopol inne. Auch die Stellung der Post innerhalb der Ministerien hatte einen wichtigen Einfluss, denn sie wurde nicht aus Steuergeldern finanziert. Die Post musste sich selbst finanzieren, also durch Einnahmen aus eigenen Produkten und Angeboten, und hiermit dem Auftrag nachkommen, die Telefonversorgung der Bundesrepublik auszubauen. Dies führte zu hohen Preisen bei den Modems, die man benötigte, um mit dem Computer online zu gehen, während man in den USA das Modem frei wählen konnte und somit günstigere Modelle nutzen konnte. Dies führte zu zahlreichen Spannungen mit der Mailbox-Szene, aber auch Kritik aus der Wirtschaft, die diese Beschränkungen stets anprangerten.
In zahlreichen Vorträgen konnte man nachvollziehen, wie vor allem die subkulturelle Nutzung von Computern deren Einzug in den Alltag begünstigte. Oder gar ermöglichte. Theodore Lekkas untersuchte dies am Beispiel Griechenlands, wo in den 1980ern durch Computer-Enthusiasten ein eigenes Computermodell entwickelt wurde. So wurde national ein eigener Markt erschlossen, der von Industrie-Riesen wie IBM nicht bedient wurde. Ulf Sandqvist stellte dar, wie schwedische Demoszener in die Wirtschaft eintraten und sich in die wachsende Branche der Spiele-Industrie einbrachten und dann wiederum scheiterten. Nicht nur in dem hier untersuchten Fall wurde die Frage nach den „fehlenden Frauen“ in den Computerszenen und –industrien verhandelt. Richtige Antworten lieferte der Workshop auf die Frage jedoch kaum. Nur die Abwesenheit oder Unterrepräsentation von Mädchen und Frauen wurde erwähnt und mit der frauenunfreundlichen Atmosphäre bei diesen Subkulturen erklärt. Das hohe Maß an Selbstdarstellung, sowie der hiermit einhergehende Konkurrenzkampf machten die Computernutzung in diesen Szenen für das weibliche Geschlecht unattraktiv. Wie Frauen jedoch den Computer nutzten, ob man Unterschiede zu den männlichen Nutzern ausmachen kann, welche Rolle die Ausbildungsmöglichkeiten, aber auch die Vermarktung der Computertechnologie spielten, wurde jedoch nur angedeutet. Ein Bereich, dem die Forschung deutlich mehr Raum geben sollte.

Angeregt wurde auch verstärkt vergleichende Perspektiven einzubeziehen. Und dies nicht nur auf einer zeitlichen Ebene, indem beispielsweise von der Zeitgeschichte weggehend auch Entwicklungen des 19. Jahrhundert berücksichtigt werden, sondern auch auf einer räumlichen. Gleb Alberts Präsentation etwa bezog eine globale Komponente bei seiner Untersuchung zu der Ökonomie der Cracker mit ein und warf auch Blicke auf die Türkei oder Brasilien, die erst nach den Cracker-Zentren in Nord- und Mitteleuropa in die Software Piraterie einstiegen.
Zweifelsohne befindet sich die Forschung zur Computergeschichte in Bewegung: von einer Geschichte des Objekts hin zu einer Alltagsgeschichte der Computernutzung. Die Forschungsarbeiten werden zahlreicher und die Archivierung von Materialien schreitet voran – dies haben unter anderem Markku Reunnanen und Canan Hastik in ihren Vorträgen gezeigt. Die wertvollen Erkenntnisse, sowie die spannenden Fallstudien sollen alsbald publiziert werden. Gemeinsam mit den Vorhaben einen Anschluss-Workshop zu gestalten und online über die Forschung zu informieren, soll dieser Workshop als Auftakt einer internationalen Forschung zu den historischen Subkulturen der Computernutzung dienen.

Hier geht es zum Interview mit dem Mitveranstalter Dr. Gleb Albert von der Universität Zürich und hier zu einem Workshopbericht auf Englisch von Ksenia Tatarchenko.

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Workshop „Home Computer Subcultures and Society Before the Internet Age“ https://www.computerisierung.com/?p=757 https://www.computerisierung.com/?p=757#respond Thu, 23 Feb 2017 10:33:23 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=757
Mit den Heimcomputern entwickelten sich weltweit Computer-Subkulturen, die auf die Verbreitung, Nutzung und auch Entwicklung von Computertechnologie einwirkten. Am 24. und 25. März findet nun in Zürich ein Workshop zu diesen Subkulturen der Computernutzung statt.

Gleb J. Albert (Universität Zürich), Markku Reunanen (Aalto Universität, Helsinki) und Julia Erdogan (ZZF Potsdam) haben zahlreiche internationale Forscher geladen, sich über die gesellschaftliche Dimension der subkulturellen Computernutzung auszutauschen und Perspektiven und Stand der Forschung aufzuzeigen. Der Workshop liefert einen breiten Blick, sowohl auf die Geschichte in verschiedenen Ländern, als auch auf verschiedene Computerkulturen selbst. Wie entstanden beispielsweise subkulturelle Computergruppen in Griechenland? Welche Rolle spielten Mailboxen in Finnland, Deutschland, den USA oder der Schweiz? Und wie verhielt es sich mit Computerfreaks im Osten Europas?
Das ganze Programm ist bereits bei hsozkult zu finden: http://www.hsozkult.de/event/id/termine-33330?title=home-computer-subcultures-and-society-before-the-internet-age&recno=3&q=&sort=&fq=&total=838

Interessenten können sich bis zum 22. März bei Gleb Albert anmelden: gleb.albert@uzh.ch

Bild: Commodore 64 (Source = Bill Bertram |Date = Created 8 June, 2005 |Author = Bill Bertram |Permission = Cc-by-2.0)

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Abschlusstagung: „Wege in die digitale Gesellschaft. Computer und Gesellschaftswandel seit den 1950er Jahren“, 30.-31. März 2017, Potsdam https://www.computerisierung.com/?p=751 https://www.computerisierung.com/?p=751#respond Mon, 20 Feb 2017 13:01:31 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=751 Welche Verbindung gab es zwischen digitalem und sozialem Wandel in Deutschland zwischen 1950-1990? Diese Frage stand von Beginn an im Mittelpunkt unseres von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Forschungsprojektes. Nach zweieinhalb Jahren Projektlaufzeit ist nun der Moment gekommen, die Ergebnisse unserer Untersuchungen mit der breiten Fachöffentlichkeit zu diskutieren. Hierzu laden wir herzlich vom 30.-31. März 2017 an das ZZF Potsdam. Das vollständige Programm:

Zeit: 30.-31. März 2017
Beginn: Donnerstag, 30. März 2017, 10.00 Uhr
Ort: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
(Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier)

Veranstalter: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Organisation: Prof. Dr. Frank Bösch

Anmeldung:
Bis 23. März 2017 unter: koettnitz@zzf-potsdam.de
(Bitte mit Nennung der akademischen Anbindung und der Arbeitsschwerpunkte)

Die Etablierung des Computers zählt zu den wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen der jüngeren Zeitgeschichte. Bereits seit den 1950er Jahren setzten große Unternehmen, Behörden und das Militär Computer ein. Schon die Zeitgenossen diskutierten intensiv die Folgen der Computerisierung und bewerteten sie als einen tiefgreifenden Umbruch. Dennoch hat sich die Zeitgeschichtsforschung bislang kaum mit den Folgen der digitalen Veränderungen beschäftigt.

Die Tagung fragt nach den Verbindungen zwischen dem digitalen und sozialen Wandel. Sie untersucht die Wahrnehmungen, Gebrauchsweisen und die gesellschaftlichen Folgen der Computernutzung vor dem Internetzeitalter. Klassische Themen der Zeitgeschichtsforschung, wie die Geschichte der Arbeit, des Wohlfahrtsstaats und des Bankenwesens, der polizeilichen Überwachung oder des subversiven Protests, werden so neu perspektiviert.

Einen Schwerpunkt der Tagung bildet die Frage, auf welche Weise die digitale Datenverarbeitung Kontroll- und Machtgefüge veränderte. Dabei wird neben der Bundesrepublik auch die Computernutzung in der DDR betrachtet, um spezifisch sozialistische Entwicklungen und Interaktionen mit dem Westen auszumachen.

 

Das Programm finden Sie auch als Tagungsprogramm_Computerisierung_ZZF und auf der Webseite des ZZF Potsdam, auf der auch aktuelle Änderungen bekannt gegeben werden.

Text: Martin Schmitt, ZZF Potsdam

Bild: Martin Schmitt.

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30 Jahre Transmediale – immer noch flüchtig? Ein Bericht von dem Berliner Medienkunst-Festival. https://www.computerisierung.com/?p=748 https://www.computerisierung.com/?p=748#respond Thu, 16 Feb 2017 09:50:43 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=748 Die Transmediale feiert ihr dreißigstes Jubiläum. Was als kleiner Ableger der Berlinale 1988 begann, hat sich inzwischen als Festival für digitale Kultur fest in Europa etabliert. KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und Medienschaffende kamen vom 2. bis 5. Februar 2017 zum dreißigsten Mal im Haus der Kulturen der Welt in Berlin zusammen, diesmal um über die langfristigen Auswirkungen des Medienwandels im Digitalen Zeitalter zu reflektieren. Von Martin Schmitt

Zum Artikel „30 Jahre Transmediale – immer noch flüchtig?“ auf Zeitgeschichte-Online.

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