Computergeschichte – .computerisierung https://www.computerisierung.com Wed, 12 Dec 2018 09:29:35 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=7.0 Computerspiele(n) in der DDR https://www.computerisierung.com/?p=1057 https://www.computerisierung.com/?p=1057#respond Wed, 12 Dec 2018 09:29:35 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=1057 Ob selbstgeschriebene Videospiele, begehrte Westtechnik oder Computer-Sommercamps; die 1980er-Jahre standen auch in der Deutschen Demokratischen Republik ganz im Zeichen der Unterhaltungselektronik und Computerisierung. Mit der Produktion, Nutzung und Förderung von Computertechnologie in der DDR hat sich der Journalist Denis Gießler in den letzten Monaten mehrmals befasst.

In bisher drei Artikeln (zum Beitrag zur Staatssicherheit und Computerspielen findet sich auch eine englische Übersetzung) bei ZEIT-Online begibt Denis Gießler sich auf die Spuren der Computerszenen des sozialistischen deutschen Staats. Denis Gießler zeigt hier einerseits die Überwachung durch die Staatssicherheit wie andererseits die starke Förderung junger Computernutzer in den 1980er-Jahren auf. Ebenso verdeutlicht er die eigensinnige Herangehensweisen der Computerfans. Hierfür hat der Journalist zahlreiche Akten in den Beständen des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) ausgewertet und lässt darüber hinaus Zeitzeugen von ihren Erfahrungen berichten. Zahlreiche Bilder, Videos und Animationen visualisieren die Computer und ihre Programme außerdem. Bei dem einen oder anderen werden sicherlich Erinnerung an die 1980er-Jahre wach werden.

Auch in der Zeitschrift Gamestar und dem zugehörigen Podcast erzählt Denis Gießler von einem bisher wenig erforschtem Feld. Für Interessierte der Geschichte der Computernutzung sowie der Technik- und Kulturgeschichte der DDR ein spannender Einblick.

Bild: Der Leiter des Computerclubs im Haus der Jungen Talente Stefan Seeboldt, 1986, Quelle: privat von Stefan Paubel (vormals Seeboldt).

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„Geniale Göttin“ – Die Geschichte von Hedy Lamarr https://www.computerisierung.com/?p=967 https://www.computerisierung.com/?p=967#respond Thu, 02 Aug 2018 10:52:45 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=967 Mitte August startet in den deutschen Kinos ein Dokumentarfilm über die Schauspielerin Hedy Lamarr, die in den 1940er-Jahren vor allem wegen ihrer Schönheit bekannt wurde. Doch die gebürtige Österreicherin war außerdem Wissenschaftlerin und trug maßgeblich zu der Erfindung des Frequenzsprungverfahrens bei, welches die Grundlage für die drahtlose Datenübertragung bei WLAN, GPS oder Bluetooth lieferte.

Mit der Entwicklung der Übertragungtechnologie unterstützte sie die US-Marine im Kampf gegen die Nationalsozialisten. Die Idee für die Funksteuerung von Torpedos kam Hedy Lamarr – eigentlich Hedwig Eva Maria Kiesler – als sie mit dem Komponisten George Antheil an dem Werk „Ballet Mécanique“ arbeitete, das sich Selbstspielmechanismen von Pianos bediente. Hiervon inspiriert nutzte sie identische Lochstreifen in Sender und Empfänger, wodurch gleichzeitige Frequenzwechsel bei der Funksteuerung möglich wurden.
Wie viele Frauen in den Wissenschaften und Pionierinnen der Computertechnologie, wurde ihre Leistung erst Jahrzehnte später erkannt und gewürdigt. [1] Die Dokumentation von Alexandra Dean, die am 16. August in den deutschen Kinos startet, ist nicht der erste Dokumentarfilm über Hedy Lamar [2], er legt jedoch erstmals den Schwerpunkt auf die wissenschaftliche Leistung der Schauspielerin.

Patent für Lamarrs Kommunikationssystem (Quelle: Wikimedia Commons)
Patent für Lamarrs Kommunikationssystem (Quelle: Wikimedia Commons)

1. Siehe hierzu zum Beispiel KRÄMER, Sybille (Hrsg.): Ada Lovelace. Die Pionierin der Computertechnik und ihre Nachfolgerinnen, Paderborn 2015; ENSMENGER, Nathan L.: The Computer Boys Take Over: Computers, Programmers, and the Politics of Technical Expertise, Cambridge, Mass. 2012; ABBATE, Janet: Recording Gender: Women’s Changing Participation in Computing, Cambridge, MA 2012.

2. Zum Beispiel „Hedy Lamarr – Geheimnisse eines Hollywood Stars“ (2006); „Calling Hedy Lamarr“ (2003).

 

Bildquelle: https://www.flickr.com/photos/14639118@N03/27409800708 [pulic Domain]

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Sammelband des Computerisierungsprojekts am ZZF erscheint zum Historikertag https://www.computerisierung.com/?p=899 https://www.computerisierung.com/?p=899#respond Tue, 10 Jul 2018 08:44:25 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=899
Wau Holland hackt in einer Telefonzelle; Datenverarbeiter in der Sparkasse Ludwigsburg

Von deutschen Hackern bis zur Datenverarbeitung in Unternehmen reicht das Themenspektrum des neuen Sammelbandes. 

Die ausgearbeiteten Beiträge der Abschlusstagung des SAW Projekts „Aufbrüche in die digitale Gesellschaft. Computerisierung und soziale Ordnungen in der Bundesrepublik und DDR“, (30. und 31. März 2017, Potsdam), werden nun pünktlich zum nächsten Historikertag erscheinen. Die Beiträge befassen sich mit den Veränderungen durch die Etablierung der Computer, die seit den 1950er-Jahren zu massiven gesellschaftlichen Umwälzungen führten, jedoch in der Zeitgeschichtsforschung wenig beachtet wurden. Die Geschichte der Sicherheitspolitik, des Wohlfahrtsstaats und des Kreditwesens, der sich wandelnden Arbeitswelt, der Organisationstrukturen sowie die Geschichte der Subkulturen werden durch die Einbeziehung der Computertechnologie neu analysiert. Die technischen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse verliefen dabei selten gradlinig, wie die Beiträge, die sich vornehmlich mit der Bundesrepublik befassen, verdeutlichen.

Frank Bösch (Hg.): Wege in die digitale Gesellschaft. Computernutzung in der Bundesrepublik 1955-1990.
Ca. 320 Seite und ca. 12 Abb., geb., Schutzumschlag
ISBN: 978-3-8353-3290-4

https://www.wallstein-verlag.de/9783835332904-wege-in-die-digitale-gesellschaft.html

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Aufsatz zu jugendlichen Computernutzern in den 1980er-Jahren erschienen https://www.computerisierung.com/?p=897 https://www.computerisierung.com/?p=897#respond Tue, 10 Jul 2018 08:27:23 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=897 Der Sammelband zum Workshop „Let’s historize it! Jugendmedien im 19. Und 20. Jahrhundert“, der im September 2016 vom Lehrstuhl für Kultur- und Mediengeschichte in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Europäische Zeitgeschichte in Saarbrücken ausgerichtet wurde, ist nun erschienen. Neun Fallbeispiele zeigen hierin unter anderem für das 20. Jahrhundert auf, was unter Jugendmedien zu verstehen ist, welche Funktion diese hatten und wie anhand jugendliche Mediennutzer gesellschaftliche Gefüge verhandelt wurden.
Julia Erdogan hatte beim Workshop in Saarbrücken zu der Aneignung der Heimcomputer durch jugendliche Nutzer vorgetragen. Daraus ist der Aufsatz „Computerkids, Freaks, Hacker: Deutsche Hackerkulturen in internationaler Perspektive“ entstanden. Der Beitrag verfolgt dabei wie sich Jugendliche in der Bundesrepublik und in der DDR in den 1980er-Jahren im Spannungsfeld von Rationalisierungsdiskursen, Massenkonsum und gesellschaftlicher Transformationsprozesse der Computertechnologie für eigensinnige Praktiken bedienten. Vergleiche über die beiden Teilstaaten hinausgehend verdeutlichen ferner das internationale Phänomen der Hacker und die verschiedenen Handlungsspielräume, wie auch Gemeinsamkeiten, dieser Computersubkulturen.

Clemens Zimmermann / Aline Maldener (Hg.): Let’s historize it! Jugendmedien im 20. Jahrhundert, Vandenhoeck & Ruprecht, Wien, Köln, Weimar 2018. Softcover, 329 Seiten. ISBN 978-3-412-50893-7, 35,00€.

Leseproben unter https://www.vr-elibrary.de/isbn/9783412508937

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„Manhattan“ der DDR-Rechentechnik – eine Exkursion in das Rechenwerk Halle https://www.computerisierung.com/?p=817 https://www.computerisierung.com/?p=817#respond Thu, 08 Mar 2018 15:58:06 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=817

Nur wenigen ist dieses Kleinod unter den Computermuseen bekannt, das „Rechenwerk“ in Halle (Saale). In einer kleinen Industriehalle im östlichen Gewerbegebiet haben eine Handvoll Enthusiasten eine Sammlung von DDR-Rechentechnik aufgebaut, die ihresgleichen sucht. Von frühen Buchungsmaschinen aus der Zeit der Weimarer Republik über Heimcomputer in Hobbyproduktion bis hin zu Industrieroboterarmen von Robotron oder dem angeblich zweitschnellsten Großrechner der DDR beeindruckt die Sammlung allein schon durch ihre schiere Masse. Das Tollste dabei: Fast alle Artefakte lassen sich einschalten. Gemeinsam mit der GI-Fachgruppe „Informatik- und Computergeschichte“ unternahmen wir Anfang März eine Exkursion in die ambivalente Computergeschichte der ehemaligen DDR (von Martin Schmitt)

(Halle) Es ertönte ein unverwechselbares hohes Fiepen, als unser Museumsführer Sebastian Czech das Sparkassenterminal K 8924 einschaltete. Der Bildschirm begann grün zu glühen, wie selbstverständlich glommen Buchstabe eines untergegangenen Systems. „Die Banken und Sparkassen setzten ihr eigenes Betriebssystem Sios ein, das sie auf ihren Terminals installierten“ gab Czech zu bedenken, bevor er versuchte, einige Befehle in die Konsole einzutippen. Schon seit einer Weile suchte ich nach einem funktionsfähigen Terminal der Sparkassen der DDR, um zu erfahren, wie vor allem die auf ihm laufenden Programme die alltägliche Bank- und Sparkassen-Arbeit veränderten. Weit kamen wir nicht in den Dialogen, denn bei der derzeitigen Kälte verweigerte so manche alte Maschine ihren Dienst. Das Keyboard funktionierte nicht und so ließ ich die Objektanordnung bestehend aus braunplastikbestückten Diskettenlaufwerken, einem schwarz-weißen Ziffernblock, einem weißumrandete Magnetkartenleser und einem Nadeldrucker auf mich wirken.  Was für ein Unterschied muss es für einen Sparkassenmitarbeiter in der DDR gewesen sein, an diesem kleinen Stück Zukunft zu arbeiten, war er doch eine mechanische Gegenwart gewohnt?

 

Eine Antwort auf diese Frage erlaubte der umfangreiche Fundus des Rechenwerks Halle und sie fällt keineswegs eindeutig aus. Technische Hilfsmittel hatten in der Sparkassenarbeit der DDR Tradition. Die Sammlung verdeutlicht dies gleich zu Beginn, als uns Sebastian Czech durch eine Vielzahl von Buchungsmaschinen aller Klassen führte. Buchungsmaschinen waren anfangs noch so etwas wie schnelle Taschenrechner. In Sparkassen wurden sie eingesetzt, um Rechnungen schnell und fehlerfrei durchzuführen. Die potente Büromaschinenindustrie, welche die DDR noch aus der Weimarer Republik und dem „Dritten Reich“ erbete, formte im ersten Nachkriegsjahrzehnt aus einfachen Rechnern multifunktionale Buchungsmaschinen. „Das ist quasi wie ein Excel-Dokument in mechanischer Form“ führte Czech aus, während sein Finger über eine mechanische Anzeige fährt, die einer Spalte entsprach.

 

Im nächsten Moment hält er das Kernstück der Buchungsmaschinen in der Hand, einen mechanischen Prozessor. Manche Buchungsmaschinen hatte bis zu neun Prozessoren verbaut. Und selbstverständlich steht im Rechenwerk Halle eine solche Buchungsmaschine, der „Buchungsautomat Ascota Klasse 170“. Sie war das Flaggschiff der mechanischen DDR-Rechentechnik. Andächtig nannten sie die Zeitgenossen auch die „Königin der Buchungsmaschinen“. Über 330.000 Stück produzierte der VEB Buchungsmaschinenwerke Karl-Marx-Stadt und exportierte sie in über 100 Länder. Und sie funktioniert noch heute –eine clevere Spiegelkonstruktion erlaubt dem Besucher einen Einblick in die Maschine in Aktion. Ihre technische Genese hingegen wird anschaulich in den zahlreichen weiteren Buchungsmaschinen, die das Rechenwerk Halle ausstellt. Auswahl ist nicht die Stärke der Hobby-Bastler, vielmehr der Erhalt von Rechentechnik im funktionsfähigen Zustand.  Und so zeugt das mechanische Klacken der Zahnräder von einer Zeit, in der die Sparkassenangestellten noch nicht vor Monitoren saßen, sondern Lärm und industriell-mechanische Präzision ihren Arbeitsalltag prägten. Jenseits eines fachwissenschaftlichen Diskurses darüber, dass sich seit den 1970er-Jahren industrielle Produktion nur in andere Teile des Globus verlagerte wird hier spürbar, was der Auslöser dafür war, einen Wechsel in die Postmoderne zu postulieren. Die in Reihe aufgestellten chromglänzenden Peripherien der zahllosen Buchungsmaschinen machen erfahrbar, wie sich eine einfache Datenerfasserin der DDR-Sparkassen gefühlt haben muss, die in den 1960er-Jahren in einem der neu eingerichteten zentralisierten Buchungszentren arbeitete.

 

  • "Problemlösungen" (Foto: Martin Schmitt, CC BY-NC-SA 4.0)

 

Von Computern unterschieden sich die Buchungsmaschinen vor allem durch ihre Programmierung über Steuerbrücken. In diese länglichen Stecksätze konnten „Programmierer“ mit kleinen Metallstiften den Verlauf der Programme bestimmen, indem sie metallene Dreiecke, Vierecke und Rauten in Formation steckten. Frühe Programmierung ist hier räumlich zu erfahren. Die Programmierwerkzeuge waren dabei Spatel und Zange. Sogar gehackt wurde bereits, wenn Programmierer fehlerhafte Bausteine mit Pappe oder Draht künstlich erhöhten und somit nicht nur fehlerhafte Routinen, sondern auch die langwierigen Zugriff des Regimes umgingen. Das Erbe des Analogen im Digitalen, auch das wird in Halle erfahrbar.
Aus der Perspektive unseres Forschungsprojektes tauchte immer wieder Frage auch, wie wurden die technischen Ensembles denn zum Einsatz gebracht? Jenseits einzelner Schilder, die in der Masse des Materials verloren gehen, sind es vor allem die kenntnisreichen Ausführen Czechs, die zwischen technischen Details die Reichweite der Rechentechnik in der DDR veranschaulichen. Von Heimcomputern, die Bastler inklusive Garfield-Sticker selbstständig in Handarbeit zusammenbauten und dabei gerne auf die Ressourcen ihrer Betriebe zurückgriffen, über Steuerungsrechner in Textilindustrie oder in Kraftwerken bis hin zum Ministerium für Staatssicherheit, dessen Technologieeinheit Spieleautomaten für DDR-Jugendheime baute – jeder Bereich der DDR-Wirtschaft hatte direkt oder indirekt mit der EDV Berührung.

Letztlich kann ein Besuch im Rechenwerk Halle nur jedem, der sich für die Geschichte der ehemaligen DDR interessiert, wärmstens ans Herz gelegt werden. Die Orientierungshilfe der ehrenamtlichen Betreiber ist bei einem Besuch aber unerlässlich, um durch die Exponate und die Schichten der Vergangenheit, die sie überdecken, zu bewegen. In den Lagern warten weitere Fundstücke auf ihre Entdeckung – die Mitarbeiter nennen es liebevoll „Manhattan“, weil sich Computer türmen wie Wolkenkratzer.
Weitere Informationen zum Rechenwerk Halle

 

Text: Martin Schmitt, CC BY-NC-SA 4.0
Bilder: Martin Schmitt, mit freundlicher Genehmigung des Rechenwerkes Halle, CC BY-NC-SA 4.0
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Digitalgeschichte ausstellen und vermitteln https://www.computerisierung.com/?p=784 https://www.computerisierung.com/?p=784#comments Wed, 24 Jan 2018 09:15:28 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=784 Wie lässt sich Computertechnologie im Museum präsentieren, wenn einer ihrer essenziellen Bestandteile die Software ist, also die In-Betrieb-Name des Rechners durch den Nutzer? Um dieser Frage nachzugehen, kam die Fachgruppe Computergeschichte der Gesellschaft für Informatik diesen Samstag, 20. Januar 2018, im Oldenburger Computermuseum zu ihrer vierten Sitzung zusammen und widmete sich dem Thema der (Aus-) Stellung des Computers. Diskutiert wurde vor allem an Hand der hands-on Ausstellung des dortigen Computermuseums, das Minicomputer in Betrieb zeigt. [direkt zum Programm]

Digitalgeschichte ist ein Perspektive auf zeithistorische Entwicklung der letzten 40-50 Jahre unter besonderer Berücksichtigung der Verbreitung digitaler Informationstechnologien in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat. Damit grenzt sie sich von der Digitalen Geschichtswissenschaft insofern ab, als dass sie keine digitalen Methoden beschreibt, auch wenn sie oft mit ihr arbeitet. Trotzdem ist klar, dass diese Methoden der Vermittlung und Analyse unmittelbar relevant für den zeithistorischen Erkenntnisgewinn im Digitalen Zeitalter sind. Eine dieser Methoden kann die Ausstellung von Computern im Museum sein, an Hand derer nicht nur Wissen vermittelt, sondern ebenso Erkenntnisse für die Digitalgeschichte gewonnen werden können – beispielsweise über Software, die der Digitalhistoriker Michael S. Mahoney als das Verhalten der Maschine in Betrieb bezeichnete.

Dafür lieferte das Oldenburger Computermuseum als Gastgeber unmittelbare Anschauungsbeispiele. Das kleine Museum konzentriert sich auf eine bestimmte Periode der Computerisierung, auf die Ära der Mikrocomputer von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre. Mit einer auf wesentliche Exponate reduzierten Ausstellung lässt es den Besucher durch eigenes Ausprobieren die Geräte aus der Digitalgeschichte erleben. Statt die beeindruckenden Ausstellungsräume im ehemaligen Hauptpostamt der norddeutschen Stadt mit Exponaten zu überfrachten, wählten die Kuratoren um Thiemo Eddiks (Oldenburg) Schlüsselobjekte, die bei älteren Besuchern vergangene Erinnerungen und bei jüngeren gespannte Blicke provozieren. Vom C64 bis zum Basic-Compiler, vom Sinclair ZX81 bis zum Robotron KC85/3 aus der DDR fehlt nichts. Jedes einzelne der ausgewählten Objekte ist funktionstüchtig, kann selbst programmiert oder mit einer Auswahl an bereitgestellter Software benutzt werden. Das ist umso beeindruckender, als dass es sich erstens ursprünglich um ein Hobbyprojekt handelte und zweitens, dass das Oldenburger Computermuseum damit den Fehler manch anderer Museen vermeidet: Kleinere Computermuseum stopfen oft die Ausstellungsräume voll. Große Museen hingegen könne den Betrieb von PCs durch den Besucher überhaupt nicht leisten, da ihnen dazu die Kapazitäten fehlen. Computer stehen dort wie Ziegelsteine im Raum. Dadurch verschenken aber beide großes Potenzial, die Genese des Digitalen Zeitalters zu verstehen. Das ist nur möglich, wenn auch seine Software gesehen und verstanden wird. So wie in Oldenburg.

Aus Sicht eines Digitalhistorikers begeistert dies, aber es bleibt auch anzumerken, dass bei der Konzentration auf Objekt seine historischen Nutzungsformen verloren gehen. Auf Erläuterungen davon, wann, wo und wie Zeitgenossen die Rechner nutzten, wurde verzichtet – beispielsweise in den Softwarebeispielen, durch Audiodokumente, Bilder über das Gerät in seiner Zeit, oder im Begleittext. Der Kontext darf aber nicht hinter einer Maske des Technischen oder der Begeisterung laufender Programme verschwinden. Museal vollziehen die Macher totale De-Kontextualisierung des Objektes um es am Besucher in einen neuen Kontext zu bringen.

Ein Commodore PET 2001 im Oldenburger Computermuseum; Bild: Martin Schmitt

Der illustrativen Darstellung von Prozessen der Informatik, beispielsweise solcher im Computer, widmete sich Prof. Michael Fothe (Jena) in seinem Vortrag „Mit Bildern muss man etwas tun“. In seinem Vortrag griff Fothe den Leitsatz des Psychologen Jean Piagets auf, dass „ein Objekt zu erkennen nicht heißt, es abzubilden, sondern, auf es einzuwirken“. Mit der Aufforderung, aktiv mit Darstellungen komplexer Prozesse, beispielsweise von Sortieralgorithmen, zu arbeiten um sie zu verstehen, schloss er nahtlos an den Imperativ des Museums an, sich Computerwissen aktiv anzueignen. Was passiert denn im Inneren eines Computers, wenn er ein Programm ausführt? Was für viele Menschen schon immer eine Black Box darstellte, kann durch die richtige Reduktion und Diagrammatik dargestellt und damit begriffen werden. Projektmitarbeiter Martin Schmitt (Potsdam) griff diesen Impuls in seinem Kommentar auf, in dem er den am Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam Ansatz zur „Visual History“ für die Computergeschichte fruchtbar machte. Die Frage Fothes, „Was tun mit Bildern“ drehte er dementsprechend um und fragte, „Was tun Bilder mit uns?“. Die Visual History fordert dazu auf, „Bilder über ihre zeichenhafte Abbildhaftigkeit hinaus als Medien und Aktiva mit einer eigenständigen Ästhetik zu begreifen, die Sehweisen konditionieren, Wahrnehmungsmuster prägen, Deutungsweisen transportieren, die ästhetische Beziehung historischer Subjekte zu ihrer sozialen und politischen Wirklichkeit organisieren und in der Lage sind, eigene Realitäten zu generieren“. Vor diesem Hintergrund stellen sich dem Digitalhistoriker dann Fragen wie: Welche Wahrnehmungsmuster prägen die dominanten Bilder von Mainframe-Computern aus den 1960er-Jahren? Wie organisierten die Bilder, die Zeitzeugen von Computern sahen, ihre sozialen und politischen Wirklichkeiten, bspw. der Computernutzung? Welche Realitäten generierten die Abbildung der Computer? Als Beispiele hierfür können beispielsweise die stereotypen Abbildungen von Frauen in Beziehung zum Computer gesehen werden, wenn sie bspw. stets als Datentypistin gezeigt wurden. Andererseits warfen Teilnehmer ein, dass dies durchaus der Realität entsprochen habe.

Auch der Medienwissenschaftler Dr. Stefan Höltgen (Berlin) griff das Konzept der Ausstellung in seinem Vortrag auf. Sein Ansatz beruht auf der an der Humboldt Universität vertretenen Medienarchäologie nach Kittler. Sie geht von Medientechnologien als Bedeutungsproduzenten aus. Demnach besitzt jegliche historische Situation ein medientechnisches Apriori, ermöglicht durch die Nutzung von Hardware. Ihr Anspruch – und dementsprechend auch der von Höltgen – ist es, die Geschichte neu zu schreiben und dabei das, was bisher nicht erzählt wurde – und warum sie nicht erzählt wurde – im medientechnischer Prozess zu berücksichtigen. Sie ist zugleich Theorie in der Frage, welchen Anteil das Medium hatte, wie auch Methode, die Hardware – in diesem Fall den Computer – wieder zum Laufen bringen und dadurch Wissen für die Vergangenheit wie auch die Gegenwart zu generieren. Das verspricht beispielsweise ein besseres Verständnis davon, was eigentlich ein Defekt im Computer ist, zuletzt zu sehen an Problemen wie der Prozessorlücke Meltdown. Aber auch Kulturtechniken werden erneut verständlich, wenn beispielsweise Medienarchäologen wie in den 1980er-Jahren hingehen und Programme aus Zeitschriften abtippen, der verbreitetest Weg von Wissens- und Softwaretransfer im Privatbereich seinerzeit. Dies bietet die Chance, glatte Erzählung der Biografien und Unternehmensdarstellungen zu brechen an der Genealogie der Technik. Arbeit am Objekt ist Geschichtsarbeit, so Höltgen abschließend. Die Gefahr dabei bleibt, dass heutige Interpretationen und die Eigenzeitlichkeit der Vergangenheit verwischen, quasi ein Zwitter aus heute und gestern entsteht, der ebenso verbirgt wie eröffnet. Diese Kritik ist jeweils konkret an den einzelnen Fallstudien herauszuarbeiten.

Technologische Gegenwart unterscheidet sich von ihrer Vergangenheit. Jegliche Assemblage aus Hardware, Software und Nutzer ist historisch geworden. Wie lässt sich dieser Kontrast zwischen Vergangenheit und Gegenwart stärker herausarbeiten? Eva Kudrass (Berlin), Sammlungsleiterin für Mathematik und Informatik am Deutschen Technikmuseum Berlin, erörterte dafür die Möglichkeiten des historischen Vergleichs am Beispiel von Ausstellungen von Computergeschichte. Sie betonte vor allem das überraschende Moment des diachronen Vergleiches, bei dem das Gewohnte plötzlich fremd und das Fremde plötzlich gewohnt wirkt. Durch die Gegenüberstellung von über einhundert Jahre alten Ausstellungstücken mit vergleichbaren Objekten von heute lässt sich ein Bruch heutiger Interpretation von Technik erreichen. Der Besucher reflektiert dabei nicht nur die Genese technischer Artefakte, sondern ebenso seine technisch mediatisierte Umwelt. Dabei bemühte Kudrass beispielsweise in der Ausstellung „Das Netz“ eben nicht die Aussage, dass alles schon mal dagewesen sei, wie das beispielsweise Tom Standage in seinem Buch „The Victorian Internet“ machte. Vielmehr erlaubte sie dem Besucher, altes im neuen Licht zu sehen. Ein gutes Beispiel dafür ist der Smarte Toilettenstuhl, der Daten über seinen Besitzer automatisiert überträgt. Demgegenüber gestellt machte ein Leibstuhl aus dem 19. Jahrhundert, der kaum mehr als Toilettenstuhl erkennbar ist, weil er die entscheidenden Teile geschickt verbirgt, einen ganz anderen Umgang mit körperlicher Hygiene. Während Kudrass vor allem den diachronen Vergleich in den Vordergrund stellte, der so seine Schwierigkeiten mit sich bringt, ist auch Sicht unseres Forschungsprojektes vor allem auch der synchrone Vergleich erkenntnisstiftend, beispielsweise über Systemgrenzen hinweg.

Den Abschluss des Workshops machte der Informatiker Prof. em. Wolfgang Coy (Berlin) mit seinem Bericht über die ethischen Leitlinien der Gesellschaft für Informatik (GI). Coy, der an der Ausformulierung maßgeblich beteiligt war, adressierte in seinem Vortrag die Frage, wie sich die Informatiker als Arbeitende in der Gesellschaft verstehen und wie sie Verantwortung für ihr Handeln in dieser Gesellschaft übernehmen. Während es in den 1950er-Jahren die Physiker und nachfolgend die Ingenieure waren, die mit ihren Entwicklungen nicht nur die Technik, sondern auch maßgeblich ihre technisierten Gesellschaften prägten, so erarbeiteten sich seit den 1970er-Jahren vor allem die Informatiker eine solche sozioökonomische Gestaltungsmacht – nicht ohne Konflikte, wie für die USA beispielsweise Nathan Ensmenger in seinem Buch „The computerboys take over“ (2010) darstellte. 1987 fand in Deutschland das Nachdenken in der GI über die gesellschaftliche Verantwortung von Informatikernmit einem „Verantwortungspapier“ einen ersten schriftlich Ausdruck. Er gipfelte 1994 in der Formulierung der ethischen Leitlinien der GI. Nicht zuletzt die intensive Computernutzung der Staatssicherheit in der gerade untergegangenen DDR hatte gezeigt, welche Implikationen die Arbeit jedes Informatikers haben konnten. Mit den technischen Veränderungen veränderten sich aber auch die Möglichkeitsspielräume, wie zuletzt beispielsweise Debatten um Künstliche Intelligenz oder die Bioinformatik zeigten. Die Leitlinien hatten eine Überarbeitung notwendig, wie Coy darstellte. Auf Basis eines dialogorientierten Ansatzes im Geiste Hegels versuchten Coy und andere, Widersprüche unter den Mitgliedern wie auch in der Gesellschaft nicht zu nivellieren, sondern produktiv in konsensorientierte Lösungen bei ethischen Problemen einfließen zu lassen. So verdeutlichte der Berliner Informatiker, wie „die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) […] mit diesen Leitlinien bewirken […], dass berufsethische Konflikte Gegenstand gemeinsamen Nachdenkens und Handelns werden“, wie es in der Präambel heißt. Deren erster Satz ist heute aktueller denn je: „Das Handeln von Informatikerinnen und Informatikern steht in Wechselwirkung mit unterschiedlichen Lebensweisen, deren besondere Art und Vielfalt sie berücksichtigen sollen“. Ausstellungen in Museen sind ein Weg des gemeinsamen Nachdenkens und Handelns, wie dieser interessante Workshop zeigte.

Programm: GI-Fachgruppe_Informatik- und Computergeschichte_Programm_20_1_2018

 

Text: Martin Schmitt

Titelbild: Empfangsraum des Oldenburger Computermuseums; erstellt von Martin Schmitt

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Abschlusstagung: „Wege in die digitale Gesellschaft. Computer und Gesellschaftswandel seit den 1950er Jahren“, 30.-31. März 2017, Potsdam https://www.computerisierung.com/?p=751 https://www.computerisierung.com/?p=751#respond Mon, 20 Feb 2017 13:01:31 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=751 Welche Verbindung gab es zwischen digitalem und sozialem Wandel in Deutschland zwischen 1950-1990? Diese Frage stand von Beginn an im Mittelpunkt unseres von der Leibniz-Gemeinschaft geförderten Forschungsprojektes. Nach zweieinhalb Jahren Projektlaufzeit ist nun der Moment gekommen, die Ergebnisse unserer Untersuchungen mit der breiten Fachöffentlichkeit zu diskutieren. Hierzu laden wir herzlich vom 30.-31. März 2017 an das ZZF Potsdam. Das vollständige Programm:

Zeit: 30.-31. März 2017
Beginn: Donnerstag, 30. März 2017, 10.00 Uhr
Ort: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam
(Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier)

Veranstalter: Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

Organisation: Prof. Dr. Frank Bösch

Anmeldung:
Bis 23. März 2017 unter: koettnitz@zzf-potsdam.de
(Bitte mit Nennung der akademischen Anbindung und der Arbeitsschwerpunkte)

Die Etablierung des Computers zählt zu den wichtigsten gesellschaftlichen Veränderungen der jüngeren Zeitgeschichte. Bereits seit den 1950er Jahren setzten große Unternehmen, Behörden und das Militär Computer ein. Schon die Zeitgenossen diskutierten intensiv die Folgen der Computerisierung und bewerteten sie als einen tiefgreifenden Umbruch. Dennoch hat sich die Zeitgeschichtsforschung bislang kaum mit den Folgen der digitalen Veränderungen beschäftigt.

Die Tagung fragt nach den Verbindungen zwischen dem digitalen und sozialen Wandel. Sie untersucht die Wahrnehmungen, Gebrauchsweisen und die gesellschaftlichen Folgen der Computernutzung vor dem Internetzeitalter. Klassische Themen der Zeitgeschichtsforschung, wie die Geschichte der Arbeit, des Wohlfahrtsstaats und des Bankenwesens, der polizeilichen Überwachung oder des subversiven Protests, werden so neu perspektiviert.

Einen Schwerpunkt der Tagung bildet die Frage, auf welche Weise die digitale Datenverarbeitung Kontroll- und Machtgefüge veränderte. Dabei wird neben der Bundesrepublik auch die Computernutzung in der DDR betrachtet, um spezifisch sozialistische Entwicklungen und Interaktionen mit dem Westen auszumachen.

 

Das Programm finden Sie auch als Tagungsprogramm_Computerisierung_ZZF und auf der Webseite des ZZF Potsdam, auf der auch aktuelle Änderungen bekannt gegeben werden.

Text: Martin Schmitt, ZZF Potsdam

Bild: Martin Schmitt.

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CfP: 4th International Conference on History and Philosophy of Computing (HaPoC) https://www.computerisierung.com/?p=711 https://www.computerisierung.com/?p=711#respond Mon, 05 Dec 2016 15:29:43 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=711 Im Oktober 2017 wird die vierte Konferenz zur „History and Philosophy of Computing“ stattfinden. Konferenzort ist nächstes Jahr die tschechische Stadt Brno. Dort fand 1968 mitten im Prager Frühling die erste kybernetische Ausstellung zur Verbindung von Kunst und Computer innerhalb des Ostblocks statt. Aus diesem Grund widmet sich die Konferenz 2017 jenseits der Fragen nach Computerisierung und Technikgeschichte insbesondere der digitalen Kunst.

Hier der vollständige CfP:

The DHST/DLMPS commission for the History and Philosophy of Computing invites all interested researchers to the

4th International Conference on History and Philosophy of Computing (HaPoC)

Brno, 4-7 October 2017

In their societal impact, computers have grown way beyond their roots in mathematics and logic. Their ubiquity since the late 20th century has increased the number and impact of several of the original questions raised by early computer scientists and practitioners: questions about their expected and intended behaviour, as Alan Turing did when asking whether machines can think; questions about their ontology, as John von Neumann did when asking what the computer and the human brain have in common; questions about their role in performing human tasks, as Norbert Wiener did when asking whether automatic translation is possible. With new technologies, the need for rethinking formal and technological issues is crucial.

The computerisation of our lives can hardly leave anyone without opinion. HaPoC’s appeal to historical and philosophical reflection is an invitation to all: designers and manufacturers, computer practitioners, users and artists, logicians and mathematicians, and with the increasing ubiquity of the machine every citizen, with her own experience of the computer.

HaPoC conferences aim to bring together researchers exploring the various aspects of the computer from historical or philosophical standpoint. With Nathan Ensmenger we may say that facts do not change, but our understanding of them does. The series aims at an interdisciplinary focus on computing, rooted in historical and philosophical viewpoints. The conference brings together researchers interested in the historical developments of computing, as well as those reflecting on the sociological and philosophical issues springing from the rise and ubiquity of computing machines in the contemporary landscape. Past editions of the conference have successfully presented a variety of voices, resulting in fruitful dialogue between researchers of different backgrounds and characteristics. Celebrating the revolutionary exhibition Computer Graphic held in Brno in the spring of 1968, HaPoC emphatically extends the invitation to its fourth international conference to reflections on computers and art.

For HaPoC 2017 we welcome contributions from logicians, philosophers and historians of computing as well as from philosophically aware computer scientists and mathematicians. We also invite contributions on the use of computers in art. As HaPoC conferences aim to provide a platform for interdisciplinary discussions among researchers, contributions stimulating such discussions are preferable. Topics include but are not limited to:

– History of computation (computational systems, machines, mechanized reasoning, algorithms and programs, communities of computing and their paradigms,…)
– Foundational issues in computer science and computability (models of computability, Church-Turing thesis, formal systems for distributed, cloud and secure computing, semantic theories of programming languages, …)
– Philosophy of computing (computer as brain / mind, epistemological issues, …)
– Computation in the sciences (computer experiments and simulations, computer-aided systems for teaching and research, …)
– Computer and the arts (temporality in digital art; narration in interactive art work, speculative software, programming as a deferred action, computing and affect, performativity of code, eristic of HCI, …)

We cordially invite researchers working in a field relevant to the main topics of the conference to submit a short abstract of approximately 200 words and an extended abstract of at most a 1000 words (references included) through EasyChair at
https://easychair.org/conferences/?conf=hapoc2017

Accepted papers will be presented in 30 minute slots including discussion. Abstracts must be written in English. Please note that the format of uploaded files must be in .pdf. Submissions without extended abstract will not be considered.

Deadline for paper submission:
15 May 2017
Notification of acceptance:
15 July 2017
Conference fee:
EUR 150
A limited number of grants will be available.

The conference will be preceded by a special workshop on the reception of Hilbert’s axiomatic method in Eastern Europe on 3 October (Tuesday) – organized by Mate Szabó

Accompanying cultural programme will include the remake of the 1968 Brno exhibition Computer Graphic (featuring Frieder Nake and others), the first computer art exhibition in Eastern Europe, preceding Cybernetic Serendipity by several months, Live coding performance (inspired by the Exhibition Computer Graphic), the concert Exposition of New Music (contemporary music), and field recordings of Brno (student project).

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Beyond ENIAC: Early Digital Platforms & Practices https://www.computerisierung.com/?p=612 https://www.computerisierung.com/?p=612#respond Mon, 30 May 2016 10:40:49 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=612 An der Universität Siegen findet vom 10. – 12. Juni 2016 ein interessanter Workshop zur Digitalgeschichte statt. Thema sind die frühen Plattformen und Praktiken der Digitalisierung. Der Workshop vereint international führende Größen des Feldes wie Martin Campbell-Kelly mit jungen Wissenschaftler wie Ksenia Tatarchenko. Weitere Informationen zur Anmeldung finden sich auf dem Blog von Thomas Haigh, nun Assistant Professor an der Universität Siegen.

Programm

Title: Beyond ENIAC: Early Digital Platforms & Practices
Dates: June 10-12, 2016
Location: Ludwig Wittgenstein House, Unteres Schloß 3, 57072 Siegen, Germany (map link) .
Organizer: Thomas Haigh (thomas.haigh@gmail.com)
Sponsor: Collaborative research center „Media of Cooperation“ of Siegen University.

The publication of ENIAC In Action: Making and Remaking the Modern Computer (Haigh, Priestley & Rope, 2016) provides an opportunity to showcase new work on the history of computing and explore the place such work within media studies and computer science, the two key components of Siegen University’s new School of Media and Information. During the workshop many of Europe’s leading scholars of computing history will present their latest research to each other and participate in a series of roundtable discussions structured to provide lively interdisciplinary engagement. Early work on the history of computing was carried out by computers scientists and pioneers. It focused on technical analysis of the computers of the 1940s and 50s. As the history of computing has matured as a scholarly field its focus has shifted to social and cultural analysis and to later time periods. The shift reduced computer scientist Donald Knuth to tears, shed because history was being “dumbed down.“ Now a new generation of scholars is returning to explore the world of early digital platforms and practices, combining careful attention to materiality and technical concerns with the broader perspectives of scholarly history. This trend creates new opportunities to situate studies of the early digital within media studies, where scholars recognize that the modern world is mediated by the affordances of digital platforms, and within computer science where more scholars may come to share Knuth’s sense that historical knowledge is the foundation of deep technical understanding.

Friday June 10
1:00-4:00 Afternoon social event TBA

5:00-7:00 Roundtable discussion: „What does the history of IT have to say to media studies and computer science?“

Liesbeth de Mol, CNRS/STL, Université de Lille
Carolin Gerlitz, University of Amsterdam
Sebastian Gießmann, Siegen University
Thomas Haigh, University of Wisconsin–Milwaukee & Siegen University (Moderator)
Volkmar Pipek, Siegen University
Erhard Schüttpelz, Siegen University
Matti Tedre, Stockholm University
8:00 Dinner: Restaurant Bar (the name of the restaurant, not just a generic description). Löhrstraße 51, 57072 Siegen. http://www.restaurant-bar.de

Saturday June 11
9:00 – 11:00 ENIAC in Action

Thomas Haigh, University of Wisconsin–Milwaukee & Siegen University: “The Lost Labors of ENIAC”
Mark Priestley: “A History of ENIAC in Three Programs”
Discussion
11:30 – 1:00 Roundtable: Origins of the Operating System

Gerard Alberts, University of Amsterdam
Maarten Bullynck, SPHERE, Paris 8
Pierre Mounier Kuhn, CNRS & Paris-Sorbonne
1:00 – 2:30 Lunch, Wirtshaus am Oberen Schlos. Oberes Schloss 1, DE-57072 Siegen. www.wirtshausamschloss.de

2:30 – 4:30: Works in Progress Session

Liesbeth De Mol, CNRS/STL, Université de Lille, “A Small History of Small Machines.”
Ksenia Tatarchenko, Geneva University, “‘The Computer Does Not Believe in Tears’: Soviet Programming, Professionalization and Gendering of Authority.”
Edgar Daylight & G. Primiero, “Category Mistakes in Computer Science.”
Mark Priestley, „The Origins of Programming Language Styles“.
5:00-6:30 Public talk by Campbell-Kelly, University of Warwick, „The Evolution of Programming Practice on the EDSAC: Insights from the National Museum of Computing Replica Project“ followed by discussion.

7:00 Dinner, Restaurant Münzwerk.Morleystr. 4, 57072 Siegen. http://restaurant-muenzwerk.de

Sunday June 12:
9:00-11:00: Works in Progress Session

Tristan Thielmann, Siegen University, „Appresenting Digits: The ENIAC Display“
Pierre Mounier Kuhn, CNRS & Paris-Sorbonne, „Programming CUBA: The evolution from ‚coding‘ to ‚language‘ on the first French computer (1949-1955)“
Thomas Haigh & Mark Priestley, „What Was Colossus, and Why Should We Care?“
Matti Tedre, Stockholm University, title TBA
11:30-1:00: Round table: Computing and the History of Science

Edgar Daylight
Maarten Bullynck, SPHERE, Paris 8
Ksenia Tatarchenko, Geneva University
1:00 to 2:30: Lunch, Wirtshaus am Oberen Schloss. Oberes Schloss 1, DE-57072 Siegen. www.wirtshausamschloss.de

Informal post-lunch discussion of possible follow-up activities for those who can stay longer.

 

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Wiss. Volontariat im Sammlungsbereich Mathematik und Informatik https://www.computerisierung.com/?p=609 https://www.computerisierung.com/?p=609#respond Sat, 28 May 2016 00:49:47 +0000 http://www.computerisierung.com/?p=609 Am Deutschen Technikmuseum in Berlin ist zum 1. Juli 2016 eine Stelle für ein wissenschaftliches Volontariat im Bereich Informatik und Computergeschichte ausgeschrieben. Bewerben kann man sich dort noch bis zum 10.06.2016. Es umfasst die Mitarbeit an den beiden tollen Ausstellungen „Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme“ und „Der erste Computer. Konrad Zuse
und der Beginn des Computerzeitalters“. Weitere Informationen nach dem Jump oder auf der Jobbörse des Deutschen Museumsbundes.

Berlin Deutsches Technikmuseum
Wiss. Volontariat im Sammlungsbereich Mathematik und Informatik
Besetzbar: 1. Juli 2016

Das Arbeitsgebiet umfasst die Mitarbeit und Fortbildung im Fachgebiet mit folgender Schwerpunktbildung:

• Mitarbeit an der Erstellung eines neuen Sammlungskonzeptes für die Sammlung Mathematik und Informatik
• Dokumentation, Inventarisierung und digitale Vermittlung von Objekten
• Mitarbeit an der Wartung und Weiterentwicklung der der Dauerausstellungen
„Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme“ und „Der erste Computer. Konrad Zuse
und der Beginn des Computerzeitalters“
• ggf. Mitarbeit an der konzeptionellen Planung einer Sonderausstellung
• die Durchführung einer objektbezogenen eigenen Forschungsarbeit im Rahmen der Sammlung ist möglich

Anforderungen:
Das Volontariat dient der Aus- und Fortbildung von Wissenschaftlern in museumsrelevanten Studienfächern. Es ist eine praxisbezogene Einführung in die Arbeit der Museen. Ziel des Volontariates ist es, zu selbständiger Tätigkeit im höheren Dienst an Museen zu befähigen.

Vorausgesetzt wird der Abschluss eines Hochschulstudiums (Master oder Magister/Magistra) vorzugsweise der Wissenschafts- und Technikgeschichte, der Informatik, Museumskunde oder Kulturwissenschaften. Erwartet werden fundierte inhaltliche Kenntnisse in der Informatik- und Computergeschichte sowie Interesse an der Arbeit mit technischen Objekten und Datenbanken.
Wünschenswert sind Erfahrungen in der Konzeptplanung und im Projektmanagement sowie Kenntnisse im Bereich Objektdatenbanken.

Erwartet wird darüber hinaus eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, die Fähigkeit, selbständig und strukturiert zu arbeiten, Organisationstalent und Teamfähigkeit.

Die Dauer des Volontariates beträgt zwei Jahre, wobei die ersten 4 Monate als Probezeit gelten. Es wird ein Unterhaltszuschuss in Höhe von 50% des Anfangsentgeltes der Entgeltgruppe 13 TV-L gewährt.

Bei gleicher Eignung und Erfüllung der o.g. Anforderungen werden gemäß § 2 des Sozialgesetzbuches IX anerkannte schwer behinderte Menschen bevorzugt berücksichtigt. Wenn Sie auf die genannte Förderung Wert legen, geben Sie bitte in der Bewerbung an, dass Sie anerkannte/r Schwerbehinderte/r sind.

Es handelt sich um eine Position, in der Frauen unterrepräsentiert sind. Die Bewerbung von Frauen ist daher erwünscht.

Bewerbungen mit tabellarisch abgefasstem Lebenslauf, den Nachweisen über Ausbildungsabschlüsse, Beschäftigungszeugnissen sowie – bei im öffentlichen Dienst Beschäftigten – mit einer Einverständniserklärung zur Anforderung und Einsichtnahme der Personalakte sind bis zum Ende der Bewerbungsfrist an den an die Stiftung „Deutsches Technikmuseum Berlin“, Trebbiner Str. 9 in 10963 Berlin zu richten. Von telefonischen oder schriftlichen Anfragen, wie auch von Online-Bewerbungen bitten wir abzusehen. Im Rahmen des Bewerbungsverfahrens entstehende Reisekosten können nicht erstattet werden.

Bitte reichen Sie uns ausschließlich Kopien ein. Es wird gebeten, auf die Übersendung von Sichthüllen zu verzichten. Bewerbungsunterlagen können nur zurückgesandt werden, wenn ein ausreichend frankierter Freiumschlag beigefügt ist. Vier Wochen nach Ablauf des Bewerberverfahrens und der erfolgten Benachrichtigung sehen wir von einer weiteren Aufbewahrung der Bewerbungsunterlagen ab, sofern uns keine gegenteilige Nachricht vorliegt.

Die Bewerbungsfrist endet am 10.06.2016. Die Vorstellungsgespräche werden voraussichtlich in der 29. Kalenderwoche 2016 stattfinden.

Eintragsdatum 27.05.2016
Bewerbungsende: 10.06.2016
Quelle: Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin
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